
Olympischer Traum
"Ich war fünf, als ich zum ersten Mal auf dem Eis stand – damals war es nur ein Spiel. Heute ist es mein Leben."
„Was als Hobby begann, wurde zur Leidenschaft. Und mein Traum wurde zum Ziel: Olympia.“
Der Traum von Olympia begleitet mich seit meiner Kindheit. Schon früh war mir klar, dass ich mich ganz dem Leistungssport widmen und alles daransetzen wollte, mein volles Potenzial auszuschöpfen. Die letzte Saison war dabei besonders herausfordernd, insbesondere im Zusammenhang mit dem Selektionsprozess für die Olympischen Spiele. Über viele Jahre hinweg haben mich unzählige Trainingsstunden, wichtige Entscheidungen und grosse Herausforderungen auf diesem Weg begleitet.
Rund eine Woche vor Beginn der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026 erhielt ich die Nachricht, dass ich für das italienische Nationalteam im Curling selektioniert wurde. Damit ging ein grosser Lebenstraum in Erfüllung. Gleichzeitig war die Situation emotional nicht einfach: Eine Teamkollegin aus dem National- und Clubteam wurde nicht selektioniert, obwohl wir den Weg über lange Zeit gemeinsam gegangen waren. Freude und Mitgefühl lagen in diesen Tagen sehr nahe beieinander.
Trotz dieser intensiven Ausgangslage wurde mir Schritt für Schritt bewusst, dass nun tatsächlich etwas Einmaliges bevorstand. Nach all den Jahren harter Arbeit durfte ich Olympia nicht nur als Ziel vor Augen haben, sondern als Realität erleben.
Die Zeit an den Spielen selbst war geprägt von unglaublich vielen Eindrücken. Der Moment, als ich zum ersten Mal das Stadion betrat und die Atmosphäre auf mich wirken liess, gehört zu den eindrücklichsten meines Lebens. Ich war überwältigt, hatte Tränen in den Augen und konnte kaum fassen, dass ich hier wirklich als Athletin stehen durfte.
Auch die Begegnungen mit anderen Athletinnen und Athleten aus der ganzen Welt, das Olympische Dorf und die besondere Energie dieses Anlasses haben diese Erfahrung einzigartig gemacht. Es war ein Gefühl, Teil von etwas viel Grösserem zu sein.
Sportlich verlief das Turnier nicht wie erhofft. Wir konnten nur zwei Spiele gewinnen und erreichten nicht das Resultat, das wir uns vorgenommen hatten. Trotzdem überwiegt rückblickend die Dankbarkeit, überhaupt Teil dieser Spiele gewesen zu sein und auf dieser Bühne antreten zu dürfen.
Ein besonders wichtiger Teil dieser Erfahrung war die Unterstützung meiner Familie, der Familie aus Laviano (Heimatort meiner Grosseltern), sowie Freunde und Curlingfreunde vom Curling Club Wetzikon, die vor Ort waren. Ihre Präsenz und Unterstützung haben diese Momente noch bedeutender gemacht und bleiben unvergesslich.
Olympia war für mich weit mehr als ein Resultat. Es war die Erfüllung eines Kindheitstraums, ein emotionaler Höhepunkt meiner Karriere und eine Erfahrung, die für immer bleiben wird.